Ordensregel des heiligen Augustinus

Die Barmherzigen Brüder leben nach dieser Wegweisung

Eine glänzende Karriere führte den 354 geborenen Augustinus aus einer Beamtenfamilie in der Provinz Tagaste (Nordafrika) 370 zum Studium nach Karthago, Rom und Mailand.


Augustinus besaß als Professor alles, was die Jugend in seinen Bann schlagen konnte: Bildung, Zauber des Wortes, Schärfe des Geistes. Doch sein Leben blieb unerfüllt und ruhelos, bis er 384 in Mailand unter dem Einfluss des heiligen Ambrosius zum Glauben fand und 388 eine Mönchsgemeinschaft gründete, in der er auch noch als Bischof lebte und für die er selbst eine Lebensregel verfasst hatte.

In seinen „Bekenntnissen“ schildert Augustinus (354–430) seinen Lebensweg, seine Irrwege, Umwege und Abwege, aber vor allem die Entdeckung Gottes, die ihn Ostern 387 zur Taufe und dann in Hippo 391 zum Priester- und 396 zum Bischofsamt führte.

In geraffter Form gibt die Regel des heiligen Augustinus ein Bild dessen, was er selbst in seinem klösterlichen Leben zu verwirklichen suchte.

 

Gewissermaßen als Überschrift heißt es: „Vor allen Dingen, liebe Brüder, sollt ihr Gott lieben, sodann den Nächsten; denn das sind die Hauptgebote, die uns gegeben sind.“ Und als „erstes Ziel“ des gemeinschaftlichen Lebens wird definiert: „... in Eintracht zusammenzuwohnen und ‚ein Herz und eine Seele‘ auf Gott hin zu sein.“ Augustinus appelliert an die Ordensleute, „den Kopf nicht hoch zu tragen“, denn der Stolz schade auch den guten Werken. Für das Beten gibt er ihnen auf, es solle auch „im Herz leben, was der Mund ausspricht“.

Es folgen weitere Hinweise für die Lebensführung im Kloster. Zum Beispiel solle die Tischlesung „ohne Lärm und Streiten“ angehört werden, „denn nicht nur der Mund soll für euch Nahrung aufnehmen, sondern auch die Ohren sollen nach dem Worte Gottes hungern.“ Relativ viel Platz nimmt das Kapitel über die „Bewahrung der Keuschheit und brüderliche Zurechtweisung“ in Anspruch. Auch bei der Bekleidung mahnt Augustinus zur Bescheidenheit. „Streit solltet ihr eigentlich gar nicht haben“, schreibt Augustinus, auch wenn er weiß, dass es in der Realität immer wieder zu gegenseitigen Verletzungen kommt. Deshalb fordert er zur schnellen Wiedergutmachung auf, und auch der Beleidigte solle „ohne lange Verhandlungen“ verzeihen. Von den Ordensoberen verlangt Augustinus, sich nicht deshalb glücklich zu schätzen, weil sie anderen gebieten können, sondern weil sie „in Liebe dienen“ dürfen.

Nicht wie „Sklaven unter dem Gesetz“, sondern wie „Freie unter der Gnade“ sollen sich die Ordensleute der Regel fügen, verlangt Augustinus abschließend.

Da sich der heilige Johannes von Gott selbst nicht als Ordensgründer verstand und deshalb auch seinen Nachfolgern keine Ordensregel mit auf den Weg gab, übernahmen die Barmherzigen Brüder die Regel des heiligen Augustinus.


Den Text der Ordensregel finden sie hier.

 


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ÖSTERREICHISCHE ORDENSPROVINZ

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